Pfotenabdruck, Ausgabe 01/2014 - Stressfreie Ferien für Listenhunde

Pfotenabdruck, Ausgabe 01/2014 - Stressfreie Ferien für Listenhunde

Stressfreie Ferien für „Listenhunde“

Urige Reetdachkaten, Häuser am Meer, rustikale Blockhütten, prachtvolle Villen mit eigenem Hundebadesee, schnuckelige Nurdachhäuschen und mehr - in den Feriendomizilen von urlaubshund sind urlaubsreife Zweibeiner ebenso herzlich willkommen wie Hund, Katz´ und Co. -  selbst für das Pferd findet die Gründerin des schleswig-holsteinischen Hundereisebüros, Natalie Leneweit, die passende Unterkunft. Aber wie sieht es mit den „Listenhunden“ aus? Finden auch Pitbull und Co. ein Ferienhaus bei urlaubshund, in dem sie sich erholen dürfen?

„Bei uns ist jeder Hund herzlich willkommen. Egal welcher Rasse er angehört, egal wie groß oder klein er ist“, erklärt Natalie Leneweit. Eine Rassendiskriminierung hat sie selbst Ende der neunziger Jahre erfahren müssen. Gemeinsam mit ihrer Bernhardiner-Mischlingshündin Nelly plante sie ihren Urlaub. Doch die „hundefreundlichen“ Ferienhausbesitzer – es waren sehr viele - weigerten sich, ein „riesiges, sabberndes und alles zerstörendes Monstrum“ zu beherbergen. Entnervt verbrachten Frauchen und Hund ihre Ferien in heimischen Gefilden – und gründeten bald darauf, im April 2000, die agentur lodging, eine zu hundert Prozent tierfreundliche Ferienhausvermittlung, die JEDEM Vierbeiner einen entspannten Urlaub von Herzen gönnt.

„Anfangs war es nicht leicht, Ferienhausbesitzer zu finden, die ebenso wie ich nichts von Rassendiskriminierung und Listenwahnsinn halten“, erinnert sich Natalie Leneweit. Mit wenigen, aber qualitativ hochwertigen Häusern ging sie an den Start, doch ihre tierisch geniale Idee sprach sich blitzschnell herum. Die Nachfrage wurde immer größer, das Angebot an Ferienhäusern ebenfalls. Im Februar 2010 eröffnete die Reiseexpertin dann das erste Hundereisebüro in Norddeutschland: urlaubshund.

Zu den urlaubshund - „Dauergästen“ zählt inzwischen auch Martina Glaser. „Wenn ein so genannter Kampfhund zur Familie gehört ist man ständig mit Gesetzen, Verordnungen und Diskriminierungen konfrontiert, im Alltag wie bei der Urlaubsbuchung“, weiß das Frauchen von American Staffordshire-Mix Joker. Schon mit ihrem ersten Hund, dem Pitbull-Mix Modo,  den sie im Jahre 2000 aus dem Tierheim holte, musste sie auf der Suche nach einem Ferienhaus eine Absage nach der nächsten einstecken. „Viele Ferienhausvermieter hatten zwar Hundehalter als Klientel entdeckt, doch Sätze wie Hunde erlaubt, außer Kampfhunderassen waren und sind auch heute nicht selten. Glücklicherweise stieß ich bei meiner Suche auf die Ferienhausvermittlung von Natalie Leneweit. Hier wurde ich als Gast mit Hund nicht nur toleriert, hier war Modo tatsächlich herzlich willkommen. Und das in einer Zeit, in der uns das ganze Ausmaß der Rassendiskriminierung mit voller Härte traf“, erinnert sich Martina Glaser.

Modo weilt heute leider nicht mehr unter uns. Seine „Nachfolge“ hat der Staffordshire-Mischling Joker aus dem Tierschutz angetreten. Der Rüde setzt die „Urlaubstradition“ der Familie Glaser fort. „Wir buchen ausschließlich bei urlaubshund. Dem Hundereisebüro-Team und auch den Ferienhausbesitzern ist es egal, welcher Rasse die vierbeinigen Familienmitglieder angehören und wir haben schon einige schöne Urlaube verbracht“, sagt Martina Glaser. Lobenswert findet sie übrigens auch die Tatsache, dass Natalie Leneweit selbst für „Großrudel“ Ferienparadiese anbietet. „Oftmals ist die Zahl der tierischen Gäste auf ein bis zwei Hunde begrenzt. In vielen Domizilen von urlaubshund dürfen die Vierbeiner sogar ihre Freunde mitbringen.“

Ob sie demnächst mit oder ohne Freunde verreisen, wissen die Glasers noch nicht. Fest steht aber, dass sie auch ihre nächsten Ferien unter www.urlaubshund.de buchen. Joker und all´ seine Artgenossen, die von ahnungslosen Gesetzeshütern als „Kampfhund“ abgestempelt wurden, haben schließlich auch einen stressfreien Urlaub von Anfang an verdient. Sabine Geest

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