DOG´S AVENUE, Ausgabe 06/2014 - Reif für die Insel

DOG´S AVENUE, Ausgabe 06/2014 - Reif für die Insel

Reif für die Insel

Bis zum Horizont und noch ein Stückchen weiter...

Ein Freitag im herbstlichen Schleswig-Holstein. Der Wecker klingelt um fünf, das Aufstehen fällt mir schwer. Als ich ins Bad schleiche, blinzeln mich meine Hunde Eliza und Caruso müde an. Dennoch kann ich die beiden nach dem Duschen und einem großen Pott Kaffee zu einer kleinen Gassirunde überreden. Um 6.15 Uhr sitzen wir mit der Fotografin Debra Bardowicks und deren Hündin Cookie im Auto. Wir sind reif für die Insel Pellworm. Dort sollen Zwei- und Vierbeiner sich selbst an einem kurzen Wochenende bestens erholen können.

Zwei Stunden Fahrt und zwei Kannen heißer Tee liegen vor uns. Am Fähranleger auf Nordstrand lächeln uns die ersten Sonnenstrahlen an. Pünktlich um 8.40 Uhr legt die Fähre ab, wir gleiten gemütlich über das glänzende Meer. Nahezu majestätisch präsentiert sich die spiegelglatte Nordsee. Der weite Horizont und die Ruhe – herrlich! Als wir die 37 Quadratkilometer große Nordseeinsel erreichen, sind wir bereits total entspannt. „Auf Pellworm bleibt die Zeit stehen“, sagen die Einheimischen. Stimmt! Von Hektik und Stress ist hier nichts zu spüren.

Wir starten in Richtung Meer. Die Strände auf Pellworm sind grün, grasbewachsene Deiche, auf denen Schafe grasen, um die Oberfläche der Deiche widerstandsfähig zu halten. Sommergäste finden Liegeplätze und Strandkörbe auf den Wiesen direkt am Deich, für Hunde wurden drei schöne Strandabschnitte eingezäunt. Winterurlauber bewegen sich frei, da im Herbst die Einzäunungen aufgrund der Stürme abgebaut werden. Wir schlendern über den Deich, genießen das atemberaubende Panorama und das glitzernde Watt, während unsere Hunde über die menschenleeren Strände toben. Der weite Horizont scheint unendlich zu sein. Nach 150 Metern ab Strandkante beginnt der Nationalpark Wattenmeer, hier gilt Leinenpflicht. Längere Wattwanderungen (mit Hunden erlaubt) sollten unbedingt mit einem Wattführer unternommen werden, da Ebbe und Flut sehr tückisch sein können.

Auf dem Weg zu unserem Ferienhaus geht es vorbei an der Alten Kirche (die Ruine des 1611 eingestürzten Kirchenturms ist das Wahrzeichen Pellworms), am Fehting auf der Tammwarft (Wasserstelle von einst, heute Kulturdenkmal) und an der Nordermühle (historischer Zwickstellholländer aus dem Jahre 1652). Und schon stehen wir vor unserem Domizil: „Paulas Haus“,  eine wunderschöne Reetdachkate in absoluter Alleinlage auf einem 5000 Quadratmter großen Warftgrundstück, bis zum Hundestrand sind es nur 800 Meter. Im Inneren des Hauses wird ein Wohntraum wahr! Die TOP-Austattung bietet alles, was das Herz begehrt. 150 Quadratmeter, alle Räume ebenerdig, ein urgemütliches Wohnzimmer,  drei traumhafte Schlafzimmer, eine perfekt ausgestattete Küche, zwei Bäder, eine Infrarotkabine - so schön kann „Ferienwohnen“ mit Haustier sein, wenn das Rudel im Hundereisebüro urlaubshund bucht (www.urlaubshund.de).

Am Sonnabend fahren wir zum historischen Hafen. Hier liegen die sechs einheimischen Fischkutter, die von Mitte März bis Ende November auf Krabbenfang gehen. Auf fangfrische „Beute“ warten wir heute jedoch vergeblich, wir sind zu spät dran, erklärt uns ein freundlicher Fischer. Schade! Mit unseren zwölf Pfoten „im Gepäck“ werden wir im gemütlichen Café-Bistro herzlich willkommen geheißen. Unser Mittagessen ist gerettet. Fröhlich und satt spazieren wir am Deich entlang, dann kehren wir in unseren luxuriösen Wohntraum zurück.

Nach einer Inselrundfahrt am Sonntagmorgen planen wir schon mal unsere Wiederkehr nach Pellworm. Wir wollen unbedingt eine Kutschfahrt über die gesamte Insel, Ausflüge zu den Seehundbänken, den Halligen und den Nachbarsinseln Amrum und Sylt machen. Den heimlichen Nationalfeiertag der Friesen (21. Februar) dürfen wir auch nicht verpassen, dann werden an der gesamten Westküste Schleswig-Holsteins große Feuer (Biiken) angezündet. Und die Pellwormer Rosentage (Juli), das Piratenfest (August)... Okay, wir kommen nicht nur einmal wieder. Ganz bestimmt nicht. Mit dem Gefühl, zwei Wochen Urlaub hinter uns zu haben, treten wir den Heimweg an. Entspannt und mit einem Lächeln auf den Lippen – Pellworm Du hast uns verzaubert!
Natalie Leneweit, Fotos: Debra Bardowicks

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